Ein außergewöhnlich großes Nest der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) ist am Sonntag, 6. September, zwischen Alpenrod und dem Ortsteil Dehlingen erfolgreich entfernt worden. Das Nest befand sich in rund 14 Metern Höhe in einem Baum und hatte einen Durchmesser von etwa 60 Zentimetern. Nach aktuellem Kenntnisstand handelt es sich um das bislang größte in der Region entdeckte Nest dieser invasiven Art.
Entdeckt wurde das Nest von einem Imker aus Dehlingen. Dieser meldete seinen Fund an Leonie Dewald, Vorsitzende des Imkervereins Kroppacher Schweiz. Gemeinsam mit Christian Dewald sowie den Imkern Nick Himmelspach und Dirk Christian vom Hachenburger Imkerverein wurde die Entfernung vorbereitet und durchgeführt. Leonie Dewald und Nick Himmelspach verfügen über spezielle Schulungen zur sicheren Bestimmung und fachgerechten Bekämpfung der Asiatischen Hornisse.
Anspruchsvolle Entfernung in 14 Metern Höhe
Die Arbeiten gestalteten sich anspruchsvoll. Das Nest befand sich in einer Astgabel und war durch die umliegenden Äste nur eingeschränkt sichtbar und erreichbar. Neben entsprechender Schutzausrüstung waren daher besondere Fachkenntnisse erforderlich.
Herkömmliche Imkerschleier bieten bei solchen Arbeiten keinen ausreichenden Schutz. Die Asiatische Hornisse kann ihr Nest bei Störungen äußerst aggressiv verteidigen. Nester sollten deshalb niemals eigenmächtig entfernt oder gestört werden.
Zur Bekämpfung wurde mithilfe einer speziellen Lanze Aktivkohle in das Nest eingebracht. Anschließend konnte das Nest aus dem Baum entfernt werden. Nest, Tiere und Brut wurden auf einer Plane aufgenommen und fachgerecht entsorgt. Dadurch wird verhindert, dass weitere Hornissen schlüpfen. Einzelne überlebende Tiere können ohne Königin und Brut kein neues Volk mehr bilden.
Feuerwehr sicherte den Einsatzbereich
Während des Einsatzes sicherte die Freiwillige Feuerwehr Alpenrod den Bereich ab. Zum Schutz von Spaziergängern, Radfahrern und anderen Passanten wurden die betroffenen Wege zeitweise gesperrt. Die Feuerwehrkräfte hielten den erforderlichen Sicherheitsabstand ein, während die Arbeiten unmittelbar am Nest ausschließlich von den entsprechend geschulten und ausgerüsteten Imkern durchgeführt wurden.
Für die Feuerwehr bot der Einsatz zugleich die Gelegenheit, die Asiatische Hornisse und ihre Nester aus nächster Nähe kennenzulernen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, ähnliche Situationen künftig schneller und sicherer beurteilen zu können.
Sowohl die beteiligten Imker als auch die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Alpenrod engagierten sich bei der Maßnahme ehrenamtlich und trugen gemeinsam zu einem sicheren Ablauf bei.
Asiatische Hornisse frühzeitig melden
Der aktuelle Fund zeigt, dass die Asiatische Hornisse inzwischen auch im Westerwald angekommen ist und Aufmerksamkeit erfordert. Als invasive Art stellt sie eine Gefahr für heimische Insekten dar. Insbesondere Honigbienen, Wildbienen und weitere Insekten gehören zu ihrer Beute.
Entdeckte Tiere und insbesondere Nester sollten daher möglichst frühzeitig gemeldet werden, damit Fachleute die Situation beurteilen und erforderliche Maßnahmen einleiten können. Größere Nester können zudem insbesondere in der Nähe von Wegen, Straßen oder Wohnbereichen auch für Menschen gefährlich werden.
Wichtig: Abstand halten und Nester niemals selbst entfernen oder stören.
Sichtungen können über den Artenfinder Rheinland-Pfalz gemeldet werden: https://artenfinder.rlp.de/MeldeaufrufAsiatischeHornisse
Alternativ helfen auch die Ortsgemeinde Alpenrod, örtliche Imkervereine oder Imker vor Ort weiter.